Vorbereitung auf die Geburt – braucht es das?

Gebären ist eine der natürlichsten Sachen der Welt, hört man, liest man, finde ich auch aber ist es auch noch Realität? In den Krankenhäusern wohl immer weniger. Die Kaiserschnittrate in Österreich liegt bei rund 30%, in manchen Bundesländern sogar bei 50%. Wir Frauen sind nicht mehr einfach nur schwanger, sondern stellen ein Risiko dar – spätestens ab 35 und es gibt Bestrebungen, die Altersgrenze noch weiter herabzusetzen. Die Anzahl der Vorsorgeuntersuchungen wird laufend erhöht, deren Sinnhaftigkeit oft nicht hinterfragt und dadurch der Eindruck vermittelt, es wäre ein Risiko schwanger zu sein.

Ganz früher einmal galt eine Schwangerschaft als bestätigt, wenn die Frau Kindsbewegungen gespürt hat, also vielleicht sogar erst weit nach der 20. Woche. Heutzutage werden frühe Schwangerschaftstests und Ultraschalluntersuchungen angeboten, die meiner Erfahrung nach aber oft mehr verunsichern als Sicherheit bringen. Und so geht es dann weiter Richtung Geburt und so oft endet diese in einem ungewollten Kaiserschnitt. Mit all ihren Folgen für Seele und Körper der Mutter und Kind.

Es ist also aus meiner Sicht wirklich notwendig sich gut auf seine Geburt vorzubereiten, das fängt damit an, sich Gedanken zu machen, wo ich gebären möchte und dabei ist nicht die Einrichtung des Kreissaales entscheidend, sondern ob auf deine Bedürfnisse eingegangen wird oder nicht. Eine gute Orientierung gibt auch die Kaiserschnittrate. Es ist wichtig sich einen Arzt zu suchen, der auf die Natürlichkeit der Geburt vertraut. Es gibt einen Spruch, der sinngemäß so lautet: „Ein guter Geburtshelfer hat seine Hände in den Hosentaschen“. Das, was eine gebärende Frau am meisten braucht, ist eine vertrauensvolle Umgebung in der sie sich geborgen fühlt. In der sie sich wohl fühlt damit der Körper einfach seine Arbeit  machen kann. Indem sie sich öffnen kann und gehen lassen. All das ist auch in einem Krankenhaus möglich, ich glaube aber nur mit einer entsprechenden Vorbereitung, einer Vorbereitung, die dir lernt, dich auf deinen Körper zu fokussieren, das Außen dort zu lassen, wo es ist, außerhalb von dir und dir beibringt dich mit gezielten Atem- und Entspannungstechniken dem natürlichen Ablauf der Geburt hinzugeben.
Und was es auch braucht: einen Partner, der weiß, wie er dich unterstützen kann, der mit dir diesen Weg geht, der manchmal beschwerlich sein kann und auf dem du vielleicht umkehren möchtest und eine Hebamme, die Zeit für dich hat und dich mit all ihrem Wissen unterstützt und ihre Aufgabe darin sieht, dich ruhig zu begleiten ohne zu forcieren. Gebären braucht manchmal mehr Zeit als in den Büchern geschrieben steht oder das Krankenhaus dir vorgeben möchte. Es ist so wichtig zu wissen, was mit dir und deinem Körper passiert, so wichtig wieder in die eigene Verantwortung zu gehen und zu erkennen, dass DU gebärst, nicht der Arzt und auch nicht die Hebamme. Du bist ganz im Mittelpunkt, du mit deinen Bedürfnissen. Es ist auch sehr hilfreich, zu wissen, welche Rechte und Möglichkeiten du hast und diese auch einzufordern. Ich habe so viele enttäuschte Frauen erlebt, die dann bei der zweiten Geburt genau wissen, was sie alles NICHT mehr haben wollen. Warum also nicht gleich bei der ersten Geburt definieren, WAS DU WILLST? In diesem Sinne: JA, es braucht eine Vorbereitung auf die Geburt auch wenn es sich um die natürlichste Sache der Welt handelt!

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